Optische Inspektion mit Deep Learning für Vials und Spritzen
Vials und Fertigspritzen unterliegen in der pharmazeutischen Produktion höchsten Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen. Risse, Sprünge, Abplatzungen oder Bruchstellen am Glaskörper, an Schulter, Boden oder Flansch können die Sterilbarriere gefährden und müssen zuverlässig erkannt werden. Unser KI-gestütztes Visionsystem zur Glasbruchkontrolle führt diese Prüfung vollautomatisch und reproduzierbar durch.

Unsere KUPvision Software und CCM101 (Compact Camera Module)
Das System erfasst die Behältnisse über hochauflösende Industriekameras und verwendet selbst-entwickelte und modernste Beleuchtungseinheiten auf LED-Basis.
Die Auswertung erfolgt über professionell trainierte Deep-Learning-Modelle, die Glaskörper und kritische Bereiche auf Defekte analysieren. Die Deep-Learning-Modelle sind statisch und erfüllen die Vorgaben der EU GMP ANNEX 22. Anders als bei regelbasierter Bildverarbeitung lernt das System anhand realer Gut- und Schlechtteile und erkennt dadurch auch variantenreiche oder schwer parametrierbare Fehlerbilder zuverlässig. Fehlerhafte Behältnisse werden eindeutig klassifiziert und ausgeschleust.
So gewährleisten Sie eine durchgängige, objektive Qualitätssicherung und reduzieren das Risiko, dass beschädigte Behältnisse in den Prozess gelangen.


Warum Deep Learning?
Klassische, regelbasierte Bildverarbeitung stößt bei der Glasbruchkontrolle schnell an Grenzen: Glas ist transparent, reflektiert Licht und erzeugt je nach Geometrie und Beleuchtung sehr unterschiedliche Erscheinungsbilder. Risse und Sprünge variieren in Lage, Form und Ausprägung – feste Regeln und Schwellwerte lassen sich hier nur mit hohem Aufwand und oft unzureichender Trennschärfe definieren.
Deep-Learning-Modelle lernen stattdessen direkt aus realen Bilddaten, was einen Defekt ausmacht. Dadurch erkennen sie auch unscharf abgegrenzte oder bisher unbekannte Fehlerbilder zuverlässig, reduzieren Fehlausschleusungen (Pseudoausschuss) und liefern eine stabile Erkennungsleistung – auch bei schwankenden Glas- und Prozessbedingungen. Mit zunehmender Datenmenge lässt sich die Erkennung gezielt weiter verbessern.
Technische Merkmale:
- Unsere KUPvision Software erfüllt die Regularien der FDA 21 CFR Part 11 und EU GMP ANNEX 22
- KI-basierte Defekterkennung mit trainierten Deep-Learning-Modellen
- 100-% Inline-Kontrolle von Vials und Spritzen bei einer Taktleistung von bis zu 650 Teile/min
- Detektion von Rissen, Sprüngen, Abplatzungen und Bruchstellen an Glaskörper, Schulter und Flansch
- Hohe Erkennungsrate auch bei variablen und komplexen Fehlerbildern
- Manuelle, kontinuierliche Optimierung durch Nachtrainieren mit neuen Bilddaten möglich
- Vollständige Prüfdatenerfassung zur Dokumentation und Rückverfolgbarkeit
- Integration in bestehende Abfüll- / Montage- und Verpackungslinien
Glasbruchkontrolle in der Produktion

KUPvision als Herzstück des Systems in der Fertigung von Vials

Vial-Glasbruchkontrolle mit unserer Kameraeinheit CCM101
DL-Trainingsbilder mit Ergebnisgrafiken:

Spritzen-Trainingsbilder mit Ergebnisgrafik

Vial-Trainingsbilder mit Ergebnisgrafik
Ausschlaggebend bei der Modellerstellung ist eine klare Verteilung zwischen Gut- und Schlecht-Bildern:

Verteilung bei Spritzen

Verteilung bei Vials
Im Gegensatz zu herkömmlicher Bildverarbeitung, welche hervorragend für Produkte mit gleichem Aussehen verwendbar ist, ist Deep Learning ein neuer Ansatz für die industrielle Bildverarbeitung. Deep Learning verwendet neuronale Netze für das Detektieren von Fehlstellen, für Fehleranalyse und um Objekte zu lokalisieren und zu klassifizieren. Hierzu werden Bilder von einwandfreien und wenn erforderlich oder gewünscht auch fehlerhaften Produkten dem System zum Lernen präsentiert. Ein neuronales Netzwerk lernt also anhand von Beispielen wie ein Produkt aussehen muss und kann im Prüfprozess unter Berücksichtigung von erwarteten Abweichungen den Unterschied zwischen einem guten und einem fehlerhaften Teil erkennen.
